Steurenthaler, TCEC-Mainz, 3. bei Triathlon-DM


auf der Triathlon-Mitteldistanz 2/92/21, am 27. 7. 2002, in Immenstadt
 
Der für den TCEC-Mainz startende Christoph Steurenthaler konnte am 27.7.2002 bei der Deutschen
Triathlon-Meisterschaft auf der Mitteldistanz in Immenstadt im Allgäu den 3. Rang in seiner Altersklasse, der TM20 erringen.

Er knüpfte damit an seinen Erfolg bei den Rheinlandpfalz-Meisterschaften auf der Mitteldistanz vom
7.7.2002 in Simmern an, bei der er der Vize-Titel errang.

Für die ca. halbe IRONMAN-Distanz (2S- 92R - 21L) benötigte er nur 4.36.35Std. Im einzelnen:

31:31 Min. für die 2,0 Km schwimmen im Alpsee,
2:43:23Std. für die 92Km lange und äußerst anspruchsvolle Radstrecke und
1:21:41Std. für den abschließenden Halbmarathon, der den Ausschlag für das gute Ergebnis brachte!

In der Gesamtwertung belegte der TCEC-Joungster den 23. Platz. Steurenthaler ist zur Zeit der erfolgreichste Triathlet in Mainz und gibt Anlass zu großer Hoffnung für die Zukunft! 

Seinen nächsten großen Start plant er bei der Langdistanz-WM in Nizza!

Ebenfalls in Immenstadt  für den TCEC-Mainz am Start war Gunter Kemmerich, der in dem 800 Starter starken Feld einen hervorragenden 85. Gesamtrang und den 19.Platz 
in der TM25 in  04:55:48 Std erreichte.

Bericht Ralf Lambert@TCEC-Mainz.com


Christoph Steurenthaler

Und hier ist der Erfahrungsbericht aus 1. Hand von Christoph Steurenthaler

Der Wettkampf In Immenstadt hätte beinahe ohne mich stattgefunden, denn dummerweise fing ich mir direkt in den Tagen zuvor eine Erkältung ein. Vielleicht  habe ich zu viel trainiert und den Körper dadurch zu stark geschwächt. Wer  weiß, auf jeden Fall war der Zeitpunkt denkbar ungünstig.

Donnerstag hatte ich leichten Husten und Schluckbeschwerden und als ich am Freitag morgen aufwachte brummte mir der Kopf und ich hatte keine Stimme mehr  und Halsschmerzen. Die Stimmung war dementsprechend auf dem Nullpunkt. Dabei  hatte ich mich sehr auf diesen Wettkampf gefreut. Mit Aspirin und Esberitox  bekämpfte ich die Erkältung. Nach Immenstadt wollte ich aber trotzdem fahren,
denn immerhin hatte ich 80 Euro Startgeld schon bezahlt.

Wir wollten am frühen Freitag morgen abfahren, um nicht im dichten Verkehr  am Bodensee stecken zu bleiben. Mein Vater begleitete mich und fuhr auch.  Bei der Registrierung in Immenstadt trafen wir dann auf Gunter und einen Kollegen. Wir hatten uns seit seiner Abfahrt nach Toulouse nicht mehr gesehen.  Nachdem wir die Wechselzonen und das Auwaldstadion gesichtet und die  Wettkampfbesprechung verfolgt hatten fuhren wir zum Campingplatz und errichteten unser Nachtlager, ein mitgebrachtes Zelt. Die Nacht war dann sehr verhustet und ich hoffte auf eine Wunderheilung durch die gute Bergluft. Es war dann auch schon besser und ich entschied mich an den Start zu gehen, auch wenn ich mich nicht so richtig erholt und kräftig fühlte. Die Erkältung hatte doch ihre Spuren  hinterlassen.

Kurz vor dem Start machte ich mich dann auf zum Alpsee. Ich mußte mich ja noch in den Neo zwängen und ein bißchen einschwimmen kann auch nicht schaden. Beim Start beging ich mal wieder den Fehler und stellte mich in die Mitte des Feldes. So gab es nach dem Startschuß Schläge von allen Seiten und versuchte mich an den Rand des Feldes zu retten. Zum Glück gelang mir das auch und ich
schwamm den Rest der Strecke neben dem Feld für mich allein. So waren es dann ein paar Meter mehr aber ich konnte dafür in meinem Rhythmus schwimmen.

Die Radstrecke hatte ich eine Woche zuvor schon abgefahren und wußte daher zum Glück, was auf mich zukam. Der Calvarienberg schon wenige Kilometer nach dem Wechsel war dann auch ein erster Härtetest. Und was für einer. So mancher  Athlet hatte so seine Probleme, sich und das Rad ohne Unfall bergauf zu  bewegen. Und das schon auf der ersten von zwei Runden. Auf der zweiten Runde mußte  man den inneren Schweinehund nicht großartig bekämpfen, denn die Zuschauer standen wie bei einer Bergetappe der Tour der France an der Strecke und  trieben die Fahrer nach oben. Die Stimmung war grandios.
Ich fühlte mich ganz gut und versuchte auf der ersten Runde nicht alle Körner zu verschießen, um auch auf der zweiten Runde noch die Steigungen bewältigen zu können. Der Ettensberg war das große Ziel. Danach kam nur noch ein langer flacher Anstieg zurück nach Immenstadt. Allerdings war dieser Teil der  Strecke eigentlich der schwerste, denn er zog sich ewig hin und es wehte ein
ekliger Gegenwind. Hut ab vor allen, die die beiden Radrunden mit den knackigen Anstiegen ohne abzusteigen und zu schieben bewältigten.

Ich freute mich während der gesamten Radstrecke schon aufs Laufen, denn dann waren es nur noch 21 Kilometer bis ins Ziel. Und mir ging es immer noch ganz gut. Das dachte ich bis ich aus der Wechselzone lief.Das Radfahren hatte viel Kraft gekostet, mehr als ich gemerkt hatte. Und so fiel das Laufen sehr schwer. Die ersten Kilometer vergingen aber relativ schnell und ich hatte mir das  Ziel gesetzt, unterwegs nicht zu gehen außer an den Verpflegungsstellen. Zum Glück gab es Cola und so rettete ich mich von einer Verpfelungsstelle zur  nächsten. Dabei hatte ich mir noch extra Squeezys gekauft, um die im Wettkampf zu  futtern.
Eins davon aß ich dann auch 6 Kilometer vor dem Ziel und das gab dann  auch die nötige Kraft. Unterwegs kam mir ja immer wieder der Spitzenreiter  und die anderen aus dem ganz vorderen Bereich entgegen und ich war schon sehr  beeindruckt, in welchem Tempo die
liefen. Viele andere Athleten spazierten auf der Strecke oder dehnten ihre  verkrampfte Muskulatur. Und ich lief endich dem Ziel entgegen und kam ins Stadion. Nur noch wenige  Meter waren zu laufen. Jetzt noch schnell den Reißverschluß hochgezogen, um auf dem Finisherfoto eine gute Figur zu machen und dann im Ziel jubelnd die Arme in die Höhe gestreckt. Geschafft!!! Die mörderische Radstrecke bewältigt  und auch noch den Halbmarathon ganz ordentlich gelaufen, ohne zu gehen. Und das  noch geschwächt. Ich hatte mit diesem Ergebnis nicht gerechnet und bin über mein Abschneiden überglücklich.

Gunter kam nur wenig später ins Ziel. Er hatte den Auslandsaufenthalt in Toulouse genutzt und war oft mit dem Rad in den nahen Pyrenäen gewesen, was sich auf dieser harten Radstrecke bezahlt machte. Und auch er war glücklich über  sein Abschneiden. Wir unterhielten uns noch ein wenig im Zielraum und machten uns über ein riesiges Obst- und Kuchenangebot her.