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    Tria-Langdistanz WM Nizza 2002
    Bericht von Christoph Steurenthaler

      Eigentlich hatte ich mir immer sagen lassen, ich sollte noch ein paar Jahre
      warten bis ich längere Wettkämpfe mache. Aber nach dem ich in Gerardemer und
      Frankfurt bei den dortigen Ironman-Veranstaltungen zugeschaut hatte und mich
      die ausgezehrten Gesichter und erschöpften Teilnehmer sehr faszinierten,
      brannte ich auch auf solch ein Erlebnis. Nizza lag vom Zeitpunkt günstig nach der
      Saison und ich bewarb mich um einen Altersklassenstartplatz, welchen ich
      auch bekam.
      Nach einer kurzen Nacht im Zelt gab es schon kurz nach dem Frühstück einen
      ersten großen Schreck, denn das Auto wollte plötzlich nicht mehr anspringen.
      Mit vereinten Kräften und dem Kupplungsgefühl einer Frau schafften wir es doch
      noch rechtzeitig in die Wechselzone.
      Das Wetter versprach gut zu werden, und bei Sonnenaufgang versammelte sich
      die große Schar der Athleten am Strand. Gestartet wurde in mehreren Wellen.
      Zuerst die Profis, dann  hintereinander in 2-Miutenabständen die Altersklassen
      und schließlich die offene Klasse. Da Schwimmen nicht meine
      Lieblingsdisziplin ist war ich nur froh, als ich nach 4 Kilometern aus dem Wasser durfte.
      Die Radstrecke war sehr anspruchsvoll, die Ausschreibung hatte nicht zuviel
      versprochen, denn sie führte über mehrere Berge mit einigen
      Steigungskilometern. Zunächst erklommmen wir den "Col de Vence". Das Wetter wurde immer
      besser, die Sonne schien heißer und heißer und der Berg nahm kein Ende. Ich traf
      unterwegs noch einige andere deutsche Starter mit denen ich ins lockere
      Gespräch kam.
      Eigentlich fahre ich lieber bergauf als bergab, denn auch die Abfahrt war
      sehr anspruchsvoll mit vielen gefährlichen Kurven, in denen viele Starter nach
      einem Sturz aufgeben mußten. Auch mich erwischte es leider. Ich stürzte zwar
      nicht, aber kurz nach der Kuppe des zweiten Berges hatte ich den ersten
      Plattfuß meiner Wettkampfkarriere und verlor dadurch eine Menge wertvoller
      Minuten.
      Auf den letzten der 121 Kilometer zurück nach Nizza blies uns ein kräftiger
      Wind vom Meer her entgegen. Ich führte eine ganze Radgruppe an und beschwerte
      mich auch mehrmals lautstark bei den "Lutschern".
      Nach einem gelungenen Wechsel ging es auf den abschließenden Lauf über 30
      Kilometer. Schon auf den ersten Metern spürte ich leichte Krampfansätze in der
      Oberschenkelmuskulatur und nahm daraufhin das Tempo etwas zurück. Die
      Begeisterung an der Strecke war enorm und die Anfeuerungsrufe trieben die Athleten
      vorwärts. Es war mittlerweile richtig heiß und auf dem Groteil der Laufstrecke
      entlang der Promenade stürmte ein kräftiger Gegenwind, der die letzten
      Körner kostete. Zwei große 15-Kilometer-Runden waren zu laufen und ich war ganz
      gut unterwegs, freute mich aber mehr und mehr auf das Ziel. Und das kam auch
      immer näher. Ich zählte zum Schluß jeden Kilometer und lief nach 2:19h und
      einer Gesamtzeit von 7:24h ganz stolz im deutschen Nationaltrikot ins Ziel.
      Geschafft! Die erste Langdistanz bewältigt, und das mit sehr viel Spaß.
      Hochzufrieden und etwas KO machte ich mich über das Nahrungsangebot im
      Zielbereich her.
      Als Fazit kann ich nur sagen: Das Schwimmen im Meer ist ein großes Erlebnis,
      die Radstrecke ist hart aber traumhaft schön und der Lauf entlang der
      Promenade mit den vielen tausend Menschen am Straßenrand größtenteils wunderbar.