Kurzdistanz Obernai am 20.06 2004
Christoph Steurenthaler

Obernai ist ein netter kleiner Ort im Elsaß und liegt 30km südlich von
Straßburg. Die dort ausgetragene Kurzdistanz ist eine der bekanntesten in
ganz Frankreich und genießt sogar weltruf. Shane Reed, Lothar Leder und
viele andere Stars der Triathlonszene standen schon ganz oben auf dem
Treppchen. Auch dieses Jahr war das Feld stark besetzt mit Gilles Reboul,
Steffen Liebetrau, Peter Sundberg, Luke Dragstra und vielen anderen.
Das Wetter verschlechterte sich im Laufe des Vormittages zusehends. Der
Regen wurde immer kräftiger, und auf der fahrt von der
Startunterlagenausgabe zum Schwimmstart hagelte es Taubeneier. Da verging
doch einigen die Lust. Es war aber noch eine gute Stunde bis zum Startschuß,
und das Wetter besserte sich zusehends. Zum Start stiegen die Temperaturen
leicht an, von "Gänsehautniveau" auf "Ganz-in-Ordnung", und auch die Straßen
waren wieder fast trocken.
Der Schwimmstart, als Massenstart ausgetragen, war ein ziemliche Schlägerei,
und auch die erste von zwei Runden auf einem viereckigen Kurs, war mehr
Überlebenstraining als ordentliches Plantschen. Ich "strandete" an ca. 40.
Stelle und war froh, endlich aufs Rad steigen zu dürfen. Die Aufholjagd
konnte beginnen. Die Radstrecke verlief auf den ersten 17km wellig. Ich
sammelte einen nach dem anderen ein und es lief hervorragend. Ich fühlte
mich gut, hatte gute Beine wie man so schön sagt. Dann begann die
Hauptschwierigkeit, der 10km lange Anstieg auf den Odilienberg. Der Berg ist
nicht besonders steil, im Schnitt 7-8%, aber es sind eben 10km. Als ich
ungefähr 2/3 des Berges erklommen hatte wollte ich dann doch mal vom
inzwischen glühenden großen Ritzel vorne auf das schon ganz verstaubte
kleine Schwesterchen schalten. Dabei fiel die Kette leider ganz nach innen
runter. Am Berg konnte ich schlecht korrigieren, wendete, rollte bergab und
versuchte, die Maschine wieder zum Laufen zu bringen. Plötzlich gab es ein
unheilverkündendes, mettalenes Geräsch aus Richtung des Schaltwerks.
Resultat: Ausfallende verbogen, Speichen zerkratzt und eine verbogen und
auch das Schaltwerk an sich war irgendwie total verdreht.
Shit, Rennen beendet. Zu der Zeit lag ich an 9. Stelle und hatte die direkt
vor mir platzierten Athleten in Sichtweite. Ich beendete das Rennen
schreiend und fluchend bergabrollend in Richtung Wechselzone.
Trotz des Defekts hat mir der Wettkampf sehr gut gefallen. Viele Zuschauer,
vor allem an der Wechselzone und im Zielbereich, die Rad- und ganz besonders
die durch die Weinberge führende Laufstrecke sind sehr anspruchsvoll. Und es
gibt ganz gut Preisgeld, wenn man denn das Ziel erreicht...