Mainzer Triathleten zurück zu den Wurzeln

Triathlon ist eine stark boomende Sportart. Dessen wurde man sich letztes Wochenende in Frankfurt wieder bewusst. Denn dort fand Deutschlands einziger Qualifikations-Wettkampf für den legendären Ironman auf Hawaii, den Ursprung des Triathlons, statt. Knapp 2000 Athleten aus aller Welt schwammen, fuhren und liefen um einen der heiß begehrten so genannten Hawaii-Slots. Nach offiziellen Schätzungen der Polizei begeisterten sich dabei nahezu 400 000 Zuschauer entlang der Wettkampfstrecke an dem Spektakel und feuerten die Sportler frenetisch an. Jeder Finisher, jeder der das Ziel erreichte, ist ein Sieger und wurde gleichermaßen bejubelt, egal ob er nach etwas über acht Stunden oder kurz vor Zielschluß nach 16 Stunden die Ziellinie passierte. Und eine Gänsehaut war garantiert auf den letzten Metern durch den engen Zielkanal hinauf zum Römer, an dem die Zuschauer in mehreren Reihen dicht an dicht standen.

Gleich mehrere Triathleten aus Mainz erlebten dieses Gefühl, das Bad in der Menge. 17 Athleten des TCEC gingen in Frankfurt an den Start. Mit 180 Mitgliedern ist der TCEC mittlerweile der größte Triathlon-Verein in Rheinland-Pfalz und kann sich mit seiner Größe als reiner Triathlon-Verein auch bundesweit sehen lassen. Da sind die Verantwortlichen dann auch sehr stolz, dass fast 10% der Mitglieder in Frankfurt bei einem Langstrecken-Triathlon an den Start gehen. Ein solcher Wettkampf erfordert viele Stunden Training in der Vorbereitung, einen hohen zeitlichen Aufwand. Das Training muß mit dem Beruf und der Familie abgestimmt werden, keines der Mitglieder ist Profi-Sportler. Umso höher ist deren Leistung einzuschätzen. Und gleich drei Starter des TCEC haben sich in Frankfurt für Hawaii qualifiziert.

Der ehemalige 05er Profi Uwe Diether war schnellster TCEC`ler. Er bewältigte die 3,8 Kilometer im Langener Waldsee in guten 58:54 Minuten. Auf den 180 Radkilometern spielte er seine Stärke aus und wechselte nach einer Fahrzeit von 4:52:38 Stunden unter den ersten 25 Athleten auf die Marathonstrecke. Dort musste er dem hohen Tempo Tribut zollen, kämpfte sich in 3:49:04 Stunden durch den Marathon und lief nach einer Gesamtzeit von 9:46:14 Stunden ins Ziel. Doch die Schinderei hat sich gelohnt, denn er qualifizierte sich als vierter Nachrücker seiner Altersklasse TM 35 zum ersten Mal für Hawaii.

Nicht zum ersten Mal wird Hans Ludwig Sattler auf Hawaii am Start stehen. Er erzielte in Frankfurt ein herausragendes Ergebnis und gewann souverän seine Altersklasse TM 50 in sagenhaften 9:56:12 Stunden. „Mit meiner Schwimmzeit von 54:26 Minuten und der Radzeit von 5:13:28 Stunden bin ich sehr zufrieden. Die Bedingungen auf der Radstrecke waren wirklich sehr schwer. Der heftige Wind machte uns allen zu schaffen.“ Den Marathon lief Sattler in guten 3:42:58 Stunden und war damit nicht ganz zufrieden. Dennoch hatte er am Ende 20 Minuten Vorsprung auf den Zweitplazierten seiner Altersklasse.

Neben Sattler stand mit Raimond Gailis ein weiterer TCEC-Athlet auf dem Treppchen und komplettierte das tolle Ergebnis. Er wurde in 10:25:20 Stunden Dritter in der TM 50 und qualifizierte sich wie im letzten Jahr wieder für Hawaii. Das Schwimmen absolvierte er in 58:14 Minuten und auch auf dem Rad lief es noch rund und er bewältigte die 180 Radkilometer in sehr guten 5:09:49 Stunden. Doch beim Marathon hatte Gailis zu kämpfen. 4:12:39 Stunden benötigte er. „Das war mein härtestes Rennen bis jetzt. Aber gegangen bin ich nie“ erzählte Gailis im Ziel.

So werden im Oktober vier Triathleten des TCEC zu den Wurzeln des Triathlons nach Hawaii reisen. Zusammen mit Christian Wolf, der sich bereits im Mai beim Ironman auf Lanzarote das Hawaii-Ticket sicherte, werden Hans Ludwig Sattler, Uwe Diether und Raimond Gailis den Mythos erleben.

Vielleicht vergrößert sich die Reisegruppe noch, denn am nächsten Wochenende gehen Dirk Kornau und Markus Schüler in Zürich beim Ironman Switzerland an den Start.

Von den 17 gestarteten TCEC-Athleten kamen 15 ins Ziel. Auch das ist ein hervorragendes Ergebnis. Niels Vossel (10:15h), Marcus Jores (10:27:33h), Stephan Schweiger (10:41:29h), Heiko Maris (10:53:04h), Ralf Wölms (11:41:26h), André Birrenbach (11:54:50h), Joachim Plein (12:22:14h), Marcus Grünert (12:32:55h), Maurice Perske (12:46:28h), Frank Herzbach (12:41:29h) und als einzige Frau Bianca Sieburg (13:33:32h) meisterten die beträchtlichen Distanzen. André Duperret und Klaus Schmidt mussten das Rennen leider vorzeitig beenden. Aloah!!!