BERICHT MAXDORF (Mitteldistanz) 12.06.2005

von Christoph Steurenthaler

Als weiterer Bericht findet sich hier der offizielle Zeitungsbericht
Bilder finden sich hier.

Oh man, ist es schon soweit? Kurz nach Mitternacht, es ist wenige Minuten nach fünf Uhr morgens, klingelt der Wecker. Heute ist Mitteldistanz in Maxdorf. Jippiiiii. Anziehen, 10 Minuten einlaufen. Mist, die Beine fühlen sich aber gar nicht gut an. Frühstücken, Tasche schnappen und los geht’s zum verabredeten Treffpunkt mit Mietek.

Wir sind mit die ersten Mainzer vor Ort, holen die Startunterlagen und grüßen das allmählich eintrudelnde Vereinsvolk. Anschließend deponieren wir die Laufschuhe zum späteren Gebrauch in der Wechselzone. Weiter geht’s zum See und der ersten Wechselzone. Das Rad muß präpariert werden, der Luftdruck zum x-ten Mal kontrolliert und die Trinkflaschen gefüllt werden. Und es gelingt uns auch beinahe, als erste einzuchecken. Das ist mir noch nie passiert. Aber Mietek („In meinem Alter muß ich nicht mehr hetzten!“) sei dank.

Wir haben anschließend noch genug Zeit, die schwierige Wettkampfbekleidungsfrage zu klären: Einteiler oder Top und Hose? In Maxdorf habe ich noch nie gefroren und so entscheide ich mich für die zweiteilige Kombination.

Und schon ist die Zeit um und der Startschuß naht. Neo an, rein in den See und ein paar Meter eingeschwommen. Plötzlich trifft mich der Schlag, oder vielmehr ein bösartiger Konkurrent. Prima,  der Wettkampf fängt schon optimal mit einer kleinen Risswunde unterm Auge an. Dann fällt der Startschuß und die Meute stürzt sich ins Wasser. Komisch, geht eigentlich ganz gut, obwohl Ralfs Beine schon sehr bald außer Sichtweite sind. Naja, die 2 Kilometer sind bald geschafft und das noch in einer annehmbaren Zeit. So ganz ohne Schwimmtraining… Raus aus dem Wasser und ab in die Wechselzone zum geliebten Rad. Die Lindemannsruhe ruft. Auf den ersten Metern überhole ich schon einige Athleten und kurz darauf sehe ich auch Ralfs Beine;-) wieder. Läuft ganz ordentlich, die Beine „sind gut“ und mit „Druck“ und Schwung geht`s in den Berg. Soooo lang hatte ich den Anstieg gar nicht in Erinnerung. Doch die Zuschauer am Straßenrand feuern alle sich quälenden Teilnehmer frenetisch an und lächelnd bewältigen sie den Anstieg. Und als zusätzliche Motivation habe ich Uwe im Anstieg vor mir. Leider kann ich den Abstand nicht richtig verkürzen und irgendwann verliere ich ihn auf der Abfahrt aus den Augen. Falsch abgebogen wird er wohl nicht sein;-).

Ich bin dann allerdings doch sehr froh, als die zweite Wechselzone in Sichtweite kommt und ich das Rad abstellen darf. Zwar fühle ich mich eigentlich nicht mehr in der Lage, jetzt auch noch 20 Kilometer zu laufen, aber immerhin ist das Ziel in erreichbarer Entfernung. Ich quäle mich noch ganz gut über die erste Runde, werde zwar hin und wieder überholt, aber ich laufe. Die Abstände zu den anderen TCEC`lern hinter mir sind gar nicht so groß. Nur Uwe ist ein gutes Stück vor mir. Die zweite Laufrunde ist dann wirklich kein Spaß mehr und ich empfinde es nun wirklich als keine gute Idee mehr, an den Start gegangen zu sein. Ralf übrigens auch nicht, wie er mir unterwegs entgegen ruft.

Doch irgendwann laufe ich heilfroh ins Ziel! Geschafft! Wettkampf ist immer noch das beste Training. Und eigentlich war’s doch ganz witzig.