BERICHT Waldeck 23.07.2005

von Christoph Steurenthaler

Bilder finden sich hier.

Kurztriathlon in Waldeck bei Kassel war angesagt mit Schwimmen im Edersee und Radfahren in schöner Landschaft, einer bekannten Feriengegend. Doch beim Blick auf die Karte und den Routenplaner verging die gute Laune: 250 Kilometer einfache Fahrt. Zum Glück sollte der Startschuss nicht frühmorgens fallen, sondern erst gegen halb zwölf Uhr. Ralf hatte netterweise wieder einen Bus organisiert. Dieser fiel aber so groß aus, dass wir noch einen ganzen Fanclub hätten mitnehmen können, denn Matthieu und Steffi verbrachten das ganze Wochenende am Edersee, Christian Wolf war nicht zu erreichen und Tobi reiste direkt aus Braunschweig an. So blieben als Mitfahrer nur Ralf am Steuer, Anja, Mark und ich übrig.

Treffpunkt sollte wie immer das Schwimmbad in Mombach um 7 Uhr sein. Ich erschien mit 5 minütiger Verspätung, telefonisch angekündigt, und zu dritt warteten wir auf Mark. Die Zeit verging und es wurde zehn nach sieben, viertel nach sieben… Kein Mark weit und breit zu sehen. Auch per Telefon erreichten wir ihn nicht. Die Zeit drängte und wir fuhren zu ihm nach Hause runter in die Stadt. Und tatsächlich, er hatte verschlafen. Statt kurz nach sieben Uhr starteten wir nun erst kurz von acht Uhr in Richtung Waldeck. Ralf gab dem Sprinter die Sporen, drückte das Gaspedal durchs Bodenblech und ignorierte die unzähligen Tempolimits.  Schumi hätte seine wahre Freude gehabt. Doch die Startunterlagen hätten wir trotz aller Raserei nicht mehr bekommen. Glücklicherweise hatte Matthieu diese am Vorabend abholen können.

Und wie wir uns auf dem Sportplatz in Waldeck trafen klingelte das Telefon und Christian Wolf erkundigte sich, wann es denn am Sonntag losgehen solle. SONNTAG??? Der Wettkampf fand Samstag statt und es war noch eine gute Stunde bis zum Start. Jetzt hätte selbst Schumi nicht mehr helfen können. Es half alles nichts, wir waren nur noch 4 Starter, es durfte keinen Ausfall geben und alle mussten das Ziel erreichen.

 Da es 2 Wechselzonen gab mussten wir uns sehr beeilen. Die Frage nach dem Einschwimmen erübrigte sich. Der Startschuss fiel und los ging die wilde Hatz. Als sei Schwimmen an sich nicht schon Strafe genug für die meisten von uns kam durch den starken Wind auch noch heftiger Wellengang dazu. Dennoch überstanden wir die erste Disziplin unbeschadet. Doch der nächste Schreck folgte schon in der Wechselzone: Die Tüte für den Neo war verschwunden. Ich hatte sie wie die meisten anderen unter das vordere Laufrad geklemmt, damit sie der Wind nicht fortweht. Dummerweise hatten mir meine Mannschaftskameraden vergessen zu sagen, dass die Helfer alle Tüten eingesammelt und neben den Radständern abgelegt hatten. Panisch suchte ich meine Tüte, denn ein Neo ist teuer und einfach an meinem Radplatz ablegen wollte ich die Gummihaut nicht. Die Aktion kostete mich 5 Lebensjahre und bestimmt 1.5 Minuten (und einen Top-Fünf-Platz).

Die Radstrecke kann ich in wenigen Worten beschreiben: richtig heftig!!! Aber genau mein Ding. Und zu den natürlichen Feinden des Radfahrers, den Bergen und Anstiegen bis 14%, kam noch der starke Wind hinzu und erschwerte den Radpart noch mehr. Lustig war vor allem der erste Berg: zu Beginn des Anstiegs stand ein Schild am Straßenrand auf dem Stand: „600 Meter, 6%“. Nach diesen 600 Metern stand ein weiteres Schild und auf diesem war zu lesen: „500 Meter 8%“. Ist doch schön, wenn man weiß, was auf einen zukommt…

Ich machte viele Plätze gut, holte irgendwann auch die besser schwimmenden Mannschafts-kollegen Tobi, er war unter den ersten 15!!! aus dem Wasser gekommen, und Mark ein. Tobi faselte im vorbeifahren was wie: „Ich kann nicht mehr, bin platt“ und das bei Kilometer 25!!! Auf Tobi, nur noch 20, denn die Rastrecke ist in Waldeck gute 45 Kilometer lang.

An 9. Stelle ging ich auf die Laufstrecke. Es konnte nicht mehr viel passieren, sie sollte laut Ausschreibung „überwiegend flach“ sein. Nun ja, was man so unter flach versteht. Eine so wellige, hügelige Strecke habe ich noch nie gesehen. Vielleicht in Malterdingen… Dazu liefen wir überwiegend auf grobsteinigen Waldwegen, und man musste beinahe bei jedem Schritt Angst um seine Knöchel haben. Ich gab alles und wurde dennoch leider auf dem letzten Kilometer noch von 3 sehr guten Läufern überholt. Egal, ich wollte nur noch ins Ziel. Kurz nach mir liefen auch Tobi und Mark in kurzen Abständen ein. Auch sie hatten eine andere Vorstellung von einer flachen Laufstrecke. Und nach wenigen Minuten komplettierte Matthieu unsere Mannschaft und das gute Ergebnis. Wir wurden 5. und behaupteten insgesamt den 7. Platz. Wahrscheinlich werden wir die Klasse nicht halten können, denn nur die ersten 5 bleiben in der 2. Bundesliga. Die anderen steigen ab und bilden die neue Regionalliga.

Steffi (Walach) und Anja (Chaumont) absolvierten erfolgreich den Volkstriathlon. Steffi war fünftschnellste Frau und beide wurden jeweils zweite in ihrer AK. Die Heimfahrt verlief ohne Probleme und Ralf fuhr ganz entspannt.